Die Wintersaison 2026/27 bringt in Südtirol neue Aufstiegsanlagen, zusätzliche Pisten, Verbesserungen im öffentlichen Verkehr und zahlreiche Wintererlebnisse abseits der Skipisten. Besonders viel verändert sich am Kronplatz.
- Kronplatz: Neue 10er-Kabinenbahn Kronplatz 1+2, neue Ruis-Bahn und neuer 8er-Sessellift Dolomiti.
- Neue Pisten: Verlängerte Lumen-Piste sowie die neuen blauen Verbindungen Weiden und Dolomiti.
- Gröden & Seiser Alm: Der Skibetrieb ist vom 4. Dezember 2026 bis 4. April 2027 vorgesehen.
- Familien: Skischulen, Kinderparks, Rodeln und Naturprogramme wie Dolomiti Ranger ergänzen das klassische Skifahren.
- Winter ohne Ski: Winterwandern, Schneeschuhwandern, Langlaufen, Rodeln, Wellness und Südtiroler Küche bieten Alternativen zur Piste.
- Vinschger Bahn: Ab Dezember 2026 sind wieder direkte Verbindungen zwischen Mals und Meran im Halbstundentakt vorgesehen; weitere Verbesserungen sollen 2027 folgen.
- Winterveranstaltungen: Skiweltcup, Biathlon und verschiedene Musik- und Wintersportveranstaltungen ergänzen das Saisonprogramm.
Was ist neu im Winter 2026/27 in Südtirol?
Die größten infrastrukturellen Veränderungen gibt es am Kronplatz: Neue Aufstiegsanlagen erhöhen Kapazität und Komfort, während neue und verlängerte Pisten zusätzliche Verbindungen schaffen. Gleichzeitig entwickelt Südtirol Angebote für Familien, Winterwanderer und Gäste weiter, die ihren Urlaub ohne tägliches Skifahren verbringen möchten.
Kronplatz baut kräftig um
Die umfangreichsten Neuerungen der Saison 2026/27 finden sich am Kronplatz. Gleich mehrere Aufstiegsanlagen werden erneuert oder neu errichtet. Besonders markant ist die neue 10er-Kabinenbahn Kronplatz 1+2. Sie soll künftig bis zu 3.250 Personen pro Stunde befördern und damit rund zehn Prozent schneller unterwegs sein als die bisherige Anlage. Eine Besonderheit: Die Skier können direkt in der Kabine transportiert werden. Auch die Mittelstation wird verlegt, wodurch eine neue Pistenführung entsteht. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch der Anlage um rund 20 Prozent sinken.
Auch die Ruis-Bahn erhält eine umfassende Erneuerung. Die neue 8er-Kabinenbahn schafft bis zu 3.600 Personen pro Stunde und bringt die Skier ebenfalls direkt in der Kabine unter. Dazu kommen moderne Überwachungs- und Sicherheitssysteme.
Neu gebaut wird außerdem der 8er-Sessellift Dolomiti. Beheizte Sitze und Rückenlehnen, eine Überdachung sowie ein Förderband mit Hebetisch sollen den Einstieg erleichtern und den Transport komfortabler machen. Die Anlage erreicht eine Förderleistung von 3.000 Personen pro Stunde.
Auch das Pistenangebot wächst
Mit den neuen Bahnen verändern sich am Kronplatz zugleich einige Abfahrten. Die rote Lumen-Piste wird bis zur neuen Mittelstation der Kronplatz-1+2-Bahn verlängert und kommt auf rund 2,7 Kilometer. Für die Beschneiung stehen dort 22 Schneekanonen zur Verfügung. Hinzu kommt der neue blaue Skiweg Weiden. Er verbindet die frühere Mittelstation mit der verlängerten Lumen-Piste und ist rund 650 Meter lang.
Eine weitere Ergänzung ist die neue blaue Dolomiti-Piste. Sie misst rund 1,5 Kilometer und verläuft entlang des neuen Dolomiti-Sessellifts. Mit ihrem vergleichsweise einfachen Verlauf richtet sie sich insbesondere an Einsteiger und alle, die es auf der Piste etwas gemütlicher angehen möchten.
Damit wird der Kronplatz zur Wintersaison 2026/27 nicht einfach nur technisch erneuert. Auch die Wege durch das Skigebiet verändern sich – mit neuen Verbindungen und zusätzlichen Möglichkeiten für unterschiedliche Könnensstufen.
Winterbeginn in den Dolomiten
In Gröden sowie auf der Seiser Alm beginnt der Skibetrieb am 4. Dezember 2026 und soll bis 4. April 2027 laufen. Die Verbindung mit Dolomiti Superski eröffnet Wintersportlern dabei den Zugang zu einem der größten zusammenhängenden Skiverbünde der Alpen.
Die Seiser Alm setzt dabei traditionell stark auf Familien und Genuss-Skifahrer. Breite, überwiegend leichte Pisten treffen auf Kinderbereiche und einen Snowpark. Insgesamt stehen im gemeinsamen Skigebiet Seiser Alm/Gröden 181 Pistenkilometer und 79 Aufstiegsanlagen zur Verfügung.
Auch die Seiser Alm Bahn spielt im Winter eine zentrale Rolle. Sie ist in der Saison 2026/27 vom 5. Dezember bis 4. April täglich von 8 bis 18 Uhr in Betrieb. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss dabei beachten, dass die Zufahrt zur Seiser Alm während der Betriebszeiten der Umlaufbahn tagsüber eingeschränkt ist.
Familienwinter ohne Dauerprogramm auf Skiern
Südtirol setzt auch in der kommenden Saison auf Angebote, die über den klassischen Skikurs hinausgehen. Kinder können zwischen Skischulen, Kinderparks, Rodelbahnen und Eislaufplätzen wechseln. Dazu kommen Naturprogramme wie die Dolomiti Ranger.
Bei diesem Angebot gehen Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren gemeinsam mit ihren Eltern und fachkundiger Begleitung auf Spurensuche im Dolomiten UNESCO-Welterbe. Im Mittelpunkt stehen die Tiere des Waldes und die Frage, wie sie durch den Winter kommen. Wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht eine Fuchsspur im Schnee oder andere Hinweise auf die Bewohner der verschneiten Landschaft.
Damit bekommt der Winterurlaub eine andere Dimension: Nicht nur die Piste wird zum Erlebnisraum, sondern auch der Wald und die Landschaft daneben.
Wenn der Winter zum Naturerlebnis wird
Überhaupt bietet Südtirol auch abseits des Skisports zahlreiche Möglichkeiten. Winterwanderwege führen durch verschneite Wälder und Täler, Rodelbahnen sorgen für Bewegung und Schneeschuhwanderungen erschließen ruhigere Landschaften.
Das offizielle Winterangebot des Landes setzt dabei bewusst auf unterschiedliche Zugänge zur kalten Jahreszeit – vom Skifahren und Langlaufen bis zum Winterwandern und Rodeln. Auch Wellness und regionale Küche spielen eine wichtige Rolle, wenn es nach einigen Stunden im Freien wieder ins Warme geht.
Gerade für Menschen, die den Winter nicht ausschließlich über Geschwindigkeit und Höhenmeter definieren, ist das interessant. Ein Tag im Schnee kann schließlich auch aus einem langsamen Spaziergang, einer Rodelpartie oder einer Fahrt mit der Seilbahn bestehen.
Mit der Bahn durch den Winter
Eine besonders interessante Neuerung betrifft nicht direkt die Skipisten, sondern die Anreise. Die Arbeiten an der Vinschger Bahn schreiten voran. Seit September 2026 fahren die Züge zwischen Latsch, Schlanders und Laas wieder im Halbstundentakt. Der Schienenersatzverkehr zwischen Meran und Mals bleibt zunächst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 bestehen.
Ab Dezember sind direkte Verbindungen zwischen Mals und Meran im Halbstundentakt vorgesehen. Für Frühjahr 2027 sind darüber hinaus erste Direktverbindungen zwischen Mals und Bozen geplant. Nach Abschluss der Arbeiten sollen außerdem neue Zuggarnituren mit rund 800 Sitz- und Stehplätzen zum Einsatz kommen – deutlich mehr als die bisherigen Fahrzeuge.
Für einen Winterurlaub, bei dem das Auto einmal stehen bleiben soll, könnte das eine interessante Entwicklung sein. Südtirol verfügt ohnehin über ein dichtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen. Mehr als 350 Aufstiegsanlagen verbinden Täler, Dörfer und Bergregionen miteinander.
Winter mit Tradition und großen Veranstaltungen
Neben Pisten und Natur stehen auch in der Saison 2026/27 zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm. In Gröden etwa findet Ende Dezember ein Schneefiguren-Wettbewerb statt. Im Jänner zieht der Biathlon-Weltcup in Antholz Wintersportfans ins Pustertal, während in Alta Badia und Gröden internationale Skiweltcup-Rennen auf dem Programm stehen. Im März folgen unter anderem das Winter Music Festival „Rock the Dolomites“ und der Sellaronda-Skimarathon.





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