Jetzt ist die richtige Zeit für Wege durch Wälder, über Almen und entlang von Weinbergen. Für Orte, an denen man nicht möglichst schnell ein Foto machen möchte, sondern gerne ein wenig länger bleibt. Zehn herbstliche Ziele, bei denen die Natur die Hauptrolle spielt.
1. Villanderer Alm: Weite ohne Gipfelstress
Auf der Villanderer Alm muss man nicht unbedingt einen Gipfel erklimmen. Schon die ausgedehnte Hochfläche mit ihren Almwiesen, Mooren, kleinen Seen und verstreuten Hütten ist ein Erlebnis. Im Herbst sorgen die Lärchen für goldene Farbtupfer, während sich am Horizont bereits die ersten verschneiten Gipfel zeigen können.
Wer etwas Kondition mitbringt, kann die rund 13,3 Kilometer lange Villanderer-Alm-Runde unternehmen. Sie dauert etwa vier Stunden und führt unter anderem zu den Schwarzseen und vorbei an der Marzuner Schupfe.
Auf einen Blick:
Route: Villanderer-Alm-Runde · Dauer: ca. 4 Stunden · Strecke: 13,3 km · Höhenmeter: ca. 500 m · Tipp: Für eine kürzere Variante eignen sich Spazierwege rund um die Almhütten.
2. Ritten: Erdpyramiden und Herbstwald
Der Ritten ist ein gutes Beispiel dafür, dass Natur nicht immer dramatisch sein muss. Hier treffen weite Hochflächen, Wälder und ungewöhnliche Gesteinsformationen aufeinander. Die berühmten Erdpyramiden von Lengmoos sind dabei ein besonders faszinierendes Naturphänomen: Über Jahrtausende hat die Erosion aus dem lockeren Material bizarre Türme geformt.
Im Herbst lässt sich der Besuch wunderbar mit einem Spaziergang durch die umliegende Landschaft verbinden. Und wer danach noch Zeit hat, kann mit der Rittner Bahn zurück nach Bozen fahren.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Erdpyramiden + Spaziergang · Schwierigkeit: leicht bis moderat, je nach Route · Besonderheit: Naturphänomen und Kulturlandschaft · Tipp: Einen halben Tag einplanen und nicht nur die Pyramiden selbst, sondern auch die Wege rundherum erkunden.
3. Kalterer See: Herbst am Wasser
Im Sommer gehört der Kalterer See zu den beliebten Ausflugszielen Südtirols. Im Herbst zeigt er sich von einer ruhigeren Seite. Früh am Morgen kann Nebel über dem Wasser liegen, während sich rundherum die Weinberge langsam verfärben.
Wer den See besucht, sollte deshalb nicht nur am Ufer stehen bleiben. Ein Spaziergang durch die umliegenden Weinberge macht aus dem Badeziel einen herbstlichen Landschaftsausflug. Besonders schön wird es am späten Nachmittag, wenn das Licht flacher wird und die Rebhänge golden erscheinen.
Auf einen Blick:
Erlebnis: See- und Weinlandschaft · Schwierigkeit: leicht · Tipp: Frühmorgens für Nebel und Ruhe, am Nachmittag für warmes Herbstlicht.
4. Villnöss: Herbst unter den Geislern
Die Geislerspitzen sind ein Südtiroler Klassiker und trotzdem muss man sich ihnen nicht auf der klassischen Route nähern. Im Herbst lohnt ein Besuch des Villnösser Tals besonders, wenn die Almwiesen ruhiger werden und die Lärchen ihre Nadeln verfärben.
Die Zanser Alm ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen verschiedener Länge. Wer keinen langen Aufstieg plant, kann sich einfach auf einen Spaziergang durch die Alm- und Waldlandschaft beschränken. Die Dolomiten bilden dabei die spektakuläre Kulisse, ohne dass sie zum eigentlichen Ziel werden müssen.
Auf einen Blick:
Ausgangspunkt: Zanser Alm · Schwierigkeit: verschiedene Routen · Tipp: Später Nachmittag für besonders schönes Licht auf den Geislern.
5. Ultental: Wo Südtirol langsamer wirkt
Alte Bauernhöfe, Bergwiesen, Wälder und kleine Dörfer: Das Ultental wirkt vielerorts ursprünglicher als die bekannten Ferienregionen rund um Meran. Gerade im Herbst ist das Tal ein wunderbares Ziel für alle, die Landschaft lieber in Ruhe betrachten als Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Eine Wanderung durch die herbstlichen Wälder lässt sich mit einer Einkehr in einem traditionellen Gasthaus oder Hof verbinden. Besonders reizvoll sind die alten Lärchen, die zu den charakteristischen Bäumen des Tales gehören.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Wald- und Kulturlandschaft · Schwierigkeit: je nach Route · Tipp: Einen ganzen Tag einplanen und die Wanderung mit einer regionalen Einkehr verbinden.
6. Bletterbachschlucht: Eine Reise in die Erdgeschichte
Ein Spaziergang durch die Bletterbachschlucht ist weniger eine klassische Wanderung als eine Reise durch die Vergangenheit. In den Gesteinsschichten des Canyons lässt sich die geologische Geschichte der Dolomiten nachvollziehen.
Gerade für Familien oder alle, die beim Wandern gerne etwas lernen, ist die Schlucht deshalb ein lohnendes Herbstziel. Der Ausflug verbindet Bewegung mit Naturkunde und macht aus einem Spaziergang eine kleine Zeitreise.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Geologie und Natur · Schwierigkeit: abhängig von der gewählten Route · Tipp: Vor dem Besuch saisonale Öffnungszeiten und Wegbedingungen kontrollieren.
7. Naturpark Fanes-Sennes-Prags: Mehr als der berühmte See
Der Pragser Wildsee ist längst kein Geheimtipp mehr. Der dazugehörige Naturpark Fanes-Sennes-Prags bietet allerdings wesentlich mehr als sein berühmtestes Fotomotiv.
Wer sich vom See entfernt und auf den umliegenden Wegen unterwegs ist, entdeckt eine weite Dolomitenlandschaft mit Hochflächen, Wäldern und bizarren Felsformationen. Der Herbst bringt dabei einen entscheidenden Vorteil: Die Landschaft wird spürbar ruhiger.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Dolomitenlandschaft und Wandern · Schwierigkeit: verschiedene Routen · Tipp: Den Wildsee nicht zum einzigen Ziel machen, sondern eine Wanderung in die Umgebung anschließen.
8. Trauttmansdorff: Wenn der Garten Herbst bekommt
Ein botanischer Garten ist vielleicht nicht das Erste, woran man bei einem Naturerlebnis in Südtirol denkt. Im Herbst sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran allerdings besonders sehenswert.
Jetzt verändert sich das Gesicht der Anlage: Sommerblumen machen Platz für Früchte und Herbstfarben, Blätter leuchten in warmen Tönen und die unterschiedlichen Gartenbereiche zeigen, wie vielfältig Pflanzen auf den Jahreszeitenwechsel reagieren.
Auf einen Blick:
Ort: Meran · Zeitbedarf: etwa 3–6 Stunden · Tipp: Nicht nur die spektakulären Gartenbereiche besuchen, sondern bewusst die Übergänge und Herbstfärbungen beobachten.
9. Naturpark Trudner Horn: Wald in allen Farben
Wer den Herbst einmal als Farbwechsel erleben möchte, ist im Naturpark Trudner Horn richtig. Der Naturpark besitzt eine außergewöhnliche Vielfalt an Waldtypen – vom submediterranen Buschwald bis zum subalpinen Fichtenwald. Auch offene Lärchenwälder und Feuchtgebiete gehören zur Landschaft.
Genau diese Vielfalt macht den Herbst hier interessant: Nicht jeder Baum färbt sich gleichzeitig, und so verändert sich das Landschaftsbild beinahe von Woche zu Woche.
Eine gute Idee für den Spaziergang: einmal bewusst langsam gehen und auf die Geräusche des Waldes achten. Raschelndes Laub, Wind in den Zweigen, ein Bach oder eine entfernte Kirchenglocke erzählen ihre ganz eigene Geschichte.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Wald und Naturbeobachtung · Schwierigkeit: verschiedene Wanderungen · Tipp: Besonders schön für alle, die keinen Gipfel brauchen, um einen gelungenen Wandertag zu erleben.
10. Eppan: Herbst zwischen Reben und Burgen
Wenn sich die Weinberge rund um Eppan verfärben, zeigt Südtirol noch einmal eine völlig andere Seite. Die Landschaft ist hier nicht reine Natur, sondern über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft: Reben, Höfe, Burgen, Kirchen und kleine Wege fügen sich zu einem Mosaik.
Eine Weinwanderung durch die herbstlichen Rebhänge verbindet Bewegung und Genuss. Danach darf natürlich eine Einkehr folgen – schließlich gehört der Herbst in Südtirol auch kulinarisch zu den spannendsten Jahreszeiten.
Auf einen Blick:
Erlebnis: Weinlandschaft und Spaziergang · Schwierigkeit: leicht bis moderat · Tipp: Am späten Nachmittag starten und den Sonnenuntergang über den Weinbergen erleben.





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